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Schriebe in Zeiten von Corona

Ja, ich weiß, der aktuelle Blogtitel ist eine etwas bemühte Anspielung auf ein berühmtes Werk des großen kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez. Aber neben der aktuellen allgemeinen Situation habe ich auch einen persönlichen Grund, warum ich um dieses – zugegeben alberne – Wortspiel nicht umhinkam :-).

Und für alle, die bei „Schriebe“ stutzen: das hier im Plural verwendete Substantiv gibt es tatsächlich, guckst du hier. Und da ich kein anderes Wort für das Schreiben fand, das ähnlich klingt wie „Liebe“, war mir klar, das muss ich nehmen. Nun denn…

Die veränderte Alltagssituation, in der wir alle uns seit einigen Wochen befinden, macht vielen zu Schaffen, was auch verständlich ist. Auch wenn nun nach und nach in allen Bundesländern die Einschränkungen zurückgenommen werden, werden die Folgen der Corona-bedingten Maßnahmen noch lange zu spüren sein. Für manche mehr, für manche weniger. Betroffen sind wir nicht nur als Bürger, Familien und Individuen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Selbständige, Alte und Junge, Berufstätige und Lernende, sondern auch als Gesellschaft im Ganzen.

An der Umsetzung von organisatorischen und rechtlichen Maßnahmen zum Schutz aller Bürger, gibt es in etlichen Detailpunkten sicherlich berechtigte Kritik. Aber im Vergleich zu anderen Ländern, insbesondere in Europa, hatten wir es mit den – nach meinem Empfinden – moderaten Ausgangseinschränkungen noch gut. Anders als in Frankreich, Spanien oder Italien, durften wir jederzeit unsere Wohnungen verlassen und draußen spazieren gehen, es gab zu keinem Zeitpunkt Ausgangssperren. Auch wenn zu Beginn so mancher Ordnungsbeamter die Regeln zu streng auslegte, waren das doch eher Ausnahmen. Und inzwischen werden in allen Bundesländern viele Einschränkungen wieder aufgehoben oder erheblich gelockert.

Dass wahrscheinlich jeder einzelne von uns auch erhebliche finanzielle Nachteile erleiden muss, weil sämtliche Wirtschaftszweige quasi zu einer Notbremsung gezwungen waren, dürfte unbestritten sein. Auch die Tatsache, dass unsere Wirtschaft allgemein starke Verluste erleidet. Aber sowohl in Europa als auch außerhalb, kämpfen auch Länder mit deutlich lockereren Maßnahmen als Deutschland mit massiven Auswirkungen der Pandemie auf den dortigen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft. Teilweise mit deutlich schlechterer Eindämmung des Virus. Das Virus geht an keinem von uns spurlos vorbei.

Und der persönliche Grund für die Überschrift?

Aber Corona soll nicht der Fokus in diesem Beitrag sein, sondern wie immer der aktuelle Stand der Dinge bei meinen Wanderthemen. „Und was ist jetzt der persönliche Grund für die Überschrift des Beitrags?„, werden sich jetzt einige von euch vielleicht fragen. Dann will ich euch nicht länger auf die Folter spannen und verrate euch, was mich zusätzlich zu der Überschrift inspiriert hat.

Seit letztem Jahr besuche ich einen Anfänger-Spanischkurs an der VHS-Unterland, als Vorbereitung für meine nächste Pyrenäen-Überquerung (ich würde ja lieber Überlängsung sagen 🙂 ). Da die Haute Route Pyrénéenne (HRP, auch als Haute Randonnée Pyrénéenne bekannt) jeweils zur Hälfte durch französisches und spanisches Gebiet führt, möchte ich gerne in der Lage sein, auch auf der spanischen Seite nicht zu verhungern und zu verdursten. Daher schrieb ich mich in den Kurs ein. Nun kann der Kurs aber seit den Schulschließungen im März ebenfalls nicht mehr stattfinden.

Grundkenntnisse in Spanisch sind auf der Haute Route Pyrénéenne sehr hilfreich
Grundkenntnisse in Spanisch sind auf der Haute Route Pyrénéenne sehr hilfreich

Also habe ich mir eine spanische Version des Klassikers „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel García Márquez gekauft, den ich vor sehr langer Zeit schon auf deutsch gelesen hatte. So lese ich nun, trotz meiner bisher nur rudimentären Spanischkenntnisse, täglich ein paar Seiten aus „El amor en los tiempos del cólera„, dem spanischen Original (Also ich finde ja, im Vergleich hat der deutsche Titel den Charme eines klinischen Ratgebers von Dr. Sommer für pubertierende Teenies, während der spanische Titel ein feuriger Spruch von Antonio Banderas oder Enrique Iglesias sein könnte, oder nicht? – olé). Immer wenn ich etwas nicht verstehe, lese ich es in der deutschen Übersetzung nach – also ungefähr alle 13 Sekunden! Egal, der Titel dieses Buches war es also, der mich zum Titel dieses Blogbeitrags inspirierte. Nicht sehr originell, ich weiß, aber hey, muss man erst mal darauf kommen.

Auswirkungen der Corona-Situation auf Aufträge

Die Leipziger Buchmesse fiel 2020 aus
Die Leipziger Buchmesse fiel 2020 aus

Wie bei allen Freiberuflern hatten die Mitte März verordneten Einschränkungen natürlich auch bei mir desaströse Auswirkungen auf die Auftragssituation. Angefragte Angebote wurden nicht mehr beauftragt oder bereits beauftragte Leistungen storniert oder vorerst zurückgestellt. Das betraf auch meine Fotovorträge über den Pyrenäenweg GR10 oder den Nibelungensteig.

So fiel zum Beispiel der GR10-Kurzvortrag aus, den ich bei „Leipzig liest“ im Rahmen der Buchmesse Leipzig halten sollte, da die Leipziger Buchmesse kurzfristig abgesagt wurde. Glücklicherweise konnte ich aber meinen ausführlichen Vortrag im Leipziger Outdoorladen Tapir am Abend des 12. März noch halten – dafür nochmal ein großes Dankeschön an das gesamte Tapir-Team und den Geschäftsführer Rando Steinbach, sowie die zahlreichen Besucher an dem Abend.

Die in den Außenstellen der VHS-Unterland, der VHS-Heilbronn und bei der DAV-Bezirksgruppe Remstal geplanten Vorträge mussten verschoben werden. Zurzeit stimmen wir gemeinsam neue Termine für diese Vorträge ab, über die ihr euch hier wie immer unter „Publikationen“ (dort ganz unten) informieren könnt.

HRP – die zweite

Die HRP-Wanderung, die ich ja letzten Sommer gesundheitsbedingt nach fünf Tagen abbrechen musste, wollte ich diesen Sommer nachholen. Aber ich hatte die Rechnung ohne das Corona-Virus gemacht. Seit Mitte Februar trieb ich fleißig meine Vorbereitungen für die Wanderung voran. Auch nach Inkrafttreten der Corona-Maßnahmen in Deutschland, Frankreich und Spanien im März hatte ich gehofft, dass bis spätestens Mitte Mai die Situation soweit im Griff wäre, dass ich die Reise antreten könnte.

Mit Bangen habe ich letzte Woche die offiziellen, aktuellen Verkündungen aus Frankreich und Spanien erwartet, nachdem ich in den Wochen davor meine Freunde und Bekannten in den beiden Ländern mit Nachfragen per E-Mail, WhatsApp und Telefon kirre gemacht hatte. Aber leider musste ich alle meine Hoffnungen aufgeben, da die Ausgangsverbote in Frankreich und Spanien zwar etwas gelockert wurden, aber nicht annähernd genug, um die Wanderung sinnvoll planen zu können.

Für Reisen nach und innerhalb Frankreichs müssen noch mindestens bis 15. Juni Sondergenehmigungen beantragt werden, rein „touristische Reisen“ sind nicht erlaubt. Innerhalb Frankreichs darf man sich maximal 100 km vom Wohnort entfernen. Nach jetzigem Stand muss man sich in Spanien noch mindestens bis Mitte Juni nach der Einreise 14 Tage in Quarantäne begeben.

Unter solchen Umständen macht es für mich keinen Sinn, die HRP-Wanderung dieses Jahr weiter zu planen. Im Idealfall könnte ich bestenfalls ab Mitte Juni ohne Einschränkungen hinreisen und die Wanderung starten. Dann wäre ich aber mindestens bis Ende Juli unterwegs, aber auch nur wenn alles perfekt läuft und ohne jeglichen Puffer für Unvorhergesehenes. Da ich aus anderen terminlichen Gründen definitiv spätestens Anfang August zurück sein müsste, ist mir das alles zeitlich zu eng und riskant. Von möglichen Einschränkungen auf den Berghütten ganz zu schweigen. Daher musste ich mich schweren Herzens entscheiden, die HRP-Wanderung auf nächstes Jahr zu verschieben.

Auf den Spuren der Nibelungensage

Anfang April erschien im Wanderlust-Magazin (Heft Nr. 2/2020) mein neuester Artikel mit dem Titel „Der Nibelungensteig – Sagenhaft durch den Odenwald„. Eine Story über den wundervollen Nibelungensteig im Odenwald, auf dem ich zwei Wochen lang unterwegs war. Wer diesen Sommer also lieber in Deutschland Urlaub machen möchte, der kann sich gerne von meinem Artikel in der Wanderlust inspirieren lassen. Der Weg ist familien- und hundetauglich. Das Heft kann über die Wanderlust-Webseite (Link oben) bestellt werden.

Bei dieser Wanderung habe ich nicht nur den herrlichen Odenwald durchstreift und sehr viele nette Menschen kennen gelernt, sondern auch einiges über die Nibelungensage erfahren. Viele unterhaltsame und lehrreiche Schautafeln entlang des Nibelungensteigs bringen dem interessierten Wanderer die vielen Protagonisten, Schauplätze, sowie Plots und Twists der Sage näher – oft detailreich aber nie langweilig.

Mein Nibelungensteig-Artikel im Wanderlust-Heft Nr. 2/2020
Mein Nibelungensteig-Artikel im Wanderlust-Heft Nr. 2/2020

Begleitet wurde ich bei meiner Wanderung von der überaus lieblichen Drachendame Nila, die zwar meist wohlwollende Blicke auf uns zog und dank der ich mit etlichen Menschen schnell ins Gespräch kam. Manch eine/r ließ sich aber auch zu weniger schmeichelhaften, pseudo-geflüsterten Kommentaren hinreißen („Guck emol Willi, dä alde Spinnä hot än Stoffdrachä uf’m Rückä„), aber da muss man drüberstehen :-). Kinder wiederum, die uns mit ihren Familien begegneten, freuten sich durchweg über meinen niedlichen, feuerroten Assistenten. Nila und ich hatten jedenfalls viel Spaß unterwegs.

Auf dem Nibelungensteig trafen wir oft steinalte Urahnen von Nila an.
Auf dem Nibelungensteig trafen wir oft steinalte Urahnen von Nila an.

Einen guten Wanderführer von Andrea Preschl zum Nibelungensteig gibt es beim Conrad-Stein-Verlag. Eine sehr gute Informationsquelle für den Nibelungensteig ist auch die Webseite der Tourist-Information NibelungenLand in Lorsch, von wo übrigens auch Nila stammt.

Zwei weitere Kapitel über den Pyrenäenweg GR10

Dem Thema, das mir eigentlich am meisten auf dem Herzen liegt, den Pyrenäen, konnte ich mich leider nicht annähernd so intensiv widmen, wie ich es gerne möchte. Aber nun habe ich auf meiner Webseite endlich zwei weitere Kapitel über meine Wanderung auf dem Pyrenäenweg GR10 fertig gestellt.

Im Kapitel „Anreise“ erzähle ich euch über die kleine Odyssee, auf die man sich von D/A/CH aus begeben muss, um an den Start des GR10 in Hendaye zu gelangen. Garniert ist das Kapitel mit Tipps zu Unterkünften in Hendaye, Biarritz oder auch Irún, wo man am Anreisetag übernachten kann, um am nächsten Tag mit frischen Kräften den GR10 anzutreten.

Ein schönes Straßenschild in Hendaye
Ein schönes Straßenschild in Hendaye – oben Französisch, unten Baskisch

Anschließend geht es natürlich gleich weiter mit meinen Erlebnissen auf der ersten Etappe von Hendaye nach Olhette. Am Tag meines Starts auf dem GR10 hat es geregnet wie aus Kübeln. Die Etappe bin ich daher später nochmal bei schönem Wetter gewandert. Und es überrascht wenig, dass sich dann natürlich die grandiosen Aussichten an der Atlantikküste des Pays Basque in ihrer vollen Pracht zeigen.

Panorama hinter dem Rocher des Perdrix
Panorama hinter dem Rocher des Perdrix

Neben einigen anderen Dingen arbeite ich jetzt parallel an den nächsten Etappen des GR10 und werde euch jeweils zu gegebener Zeit informieren, wenn sie online sind.

Apropos Wandern und Bücher

Auf Instagram bin ich vor einiger Zeit auf die Wanderbloggerin Elise Wortley alias „woman_with_altitude“ gestoßen, die Ende 2017 im Himalaya gewandert ist. Genauer gesagt, ist sie dem Weg gefolgt, den fast 100 Jahre zuvor die französische Abenteurerin Alexandra David-Néel beschritten hatte – die erste Europäerin, die die verbotene Stadt Lhasa in Tibet betreten durfte und auf ihrer 14 Jahre dauernden Asienreise auch den 13. Dalai-Lama kennenlernte.

Das Leben der umtriebigen Globetrotterin David-Néel, die mit fast 70 Jahren nochmal eine neun Jahre dauernde Asienreise machte und 1969 im Alter von 100 Jahren starb, finde ich so faszinierend, dass ich mir, inspiriert von Elise Wortley, Alexandra David-Néel’s Buch „My journey to Lhassa“ (Original: „Voyage d’une Parisienne à Lhassa„) bestellt habe und es kaum erwarten kann, bis ich es in den Händen halte.

Elise ist den Spuren von David-Néel zwar nur auf einem Teilabschnitt in Sikkim im Himalaya gefolgt. Sie hat dabei jedoch fast ausschließlich Kleidung und Equipment benutzt wie zur Zeit von David-Néel. Auf Elise’s Webseite könnt ihr euch über dieses und ihre anderen, interessanten Projekte schlau machen.

Buchcover Pyrenäenweg GR10
Mein Wanderführer Pyrenäenweg GR10

Wenn ihr nun vor lauter Inspiration am liebsten auch sofort loswandern würdet, aber statt nach Tibet zu fliegen lieber in Europa bleiben möchtet, kann ich euch die Pyrenäen wärmstens empfehlen. Wenn hoffentlich die Reisebeschränkungen in Frankreich und Spanien ab Mitte Juni ausreichend gelockert werden, bleibt euch noch genug Zeit bis mindestens Ende September, um die Pyrenäen ausgiebig zu erkunden. Das lässt sich zum Beispiel sehr gut auf dem Pyrenäenweg GR10 bewerkstelligen. Wer diesen herrlichen Weg ganz oder teilweise wandern möchte, kann sich dabei auf detaillierte Angaben in meinem Wanderführer „Frankreich: Pyrenäenweg GR 10 verlassen.

Da auch die kleinen Verlage und freiberufliche Autoren wie ich unter den Corona-bedingten Umsatzeinbußen ganz schön zu knabbern haben, könnt ihr uns unterstützen, indem ihr direkt bei mir oder direkt beim Verlag bestellt. Wenn ihr bei mir bestellen möchtet, schickt mir einfach eine E-Mail an die hier angegebene E-Mail-Adresse. Selbstverständlich ist mein Buch auch über alle Buchhändler und Online-Buchshops erhältlich.

Wenn ihr stets aktuell über Neuigkeiten zu meiner Webseite, meinem Blog und zu meiner Arbeit informiert werden möchtet, könnt ihr euch außerdem über das Anmeldeformular am rechten Seitenrand zu meinem Newsletter anmelden. Und der rote Button rechts führt euch zu meinem Instagram-Account 🙂 .

Bis zum nächsten Mal, bleibt gesund.

Herzlichst
Euer Fuat

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