GR10 Allgemeines

Für die Zahlenfans 🙂

Der Gebirgszug der Pyrenäen trennt die Iberische Halbinsel vom Rest Kontinentaleuropas auf ca. 430 km Länge und hat eine Fläche von ca. 19.000 km². Die Grenze zwischen Frankreich und Spanien verläuft im Wesentlichen entlang des Gebirgskamms.

Der GR10 folgt weitgehend dem Grenzverlauf und führt auf über 930 km vom Atlantik bis zum Mittelmeer. Mit über 56.000 Höhenmetern, die dabei zu überwinden sind, ist er durchaus eine sportliche Herausforderung.

Das GR10-Schild in Bolquère
Das GR10-Schild in Bolquère. Die km-Angaben sind nicht mehr ganz aktuell.

Wer der Etappenführung in meinem Wanderführer folgt und wie ich ca. einen Pausentag pro Woche einlegt, benötigt insgesamt ca. 60 Tage. Aber ich habe unterwegs auch Wanderer getroffen, die den gesamten Weg in knapp 45 Tagen geschafft haben - ohne Pausentage einzulegen. Einmal habe ich sogar einen Wanderer getroffen, der nur 19 Tage gebraucht hat. Ich befürchte allerdings, dass er die wunderschönen Panoramen nicht genießen konnte und die meiste Zeit auf seine Füße hinabgeschaut hat, um nicht zu stolpern 🙂 .

Die meisten Etappen erfordern Aufstiege von mehr als 1.000 Höhenmetern, etliche über 1.500 Höhenmeter. Die Etappe zum Refuge de Bayssellance hat sogar fast 2.000 Höhenmeter, die es aufzusteigen gilt.

Der höchste Berg der französischen Pyrenäen ist der Vignemale (3.298 m). Der höchste Berg der Pyrenäen insgesamt ist der Pico d'Aneto (3.404 m) in Spanien.

Der majestätische Vignemale mit dem Glacier des Oulettes
Der majestätische Vignemale mit dem Glacier des Oulettes

Der höchste Punkt des GR10 befindet sich auf 2.734 m Höhe am Hourquette d'Ossoue, in unmittelbarer Nähe zum Vignemale. Gleich dahinter befindet sich die höchste bewirtschaftete Hütte der Pyrenäen, das Refuge de Bayssellance auf 2.651 m Höhe.

Refuge de Bayssellance
Refuge de Bayssellance
Cirque de Gavarnie
Der Cirque de Gavarnie mit der Grande Cascade

Im Cirque de Gavarnie, der seit 1997 UNESCO-Welterbe ist, befindet sich die Grande Cascade, die mit einer Fallhöhe von über 400 m einer der größten Wasserfälle in Europa ist.

Wetterkreuz mit Wanderern
Es muss ja nicht immer ein Wetter h a h n sein

Warum von West nach Ost und nicht umgekehrt?

Aus ganz pragmatischen Gründen - fast alle Wanderführer (auch meiner) beschreiben den Wegverlauf in dieser Richtung. Selbstverständlich steht es jedem frei, den Weg auch von Ost nach West zu gehen, z.B. um morgens nicht gegen die Sonne wandern zu müssen. Allerdings müsst ihr dann sämtliche Himmelsrichtungen, Abbiegehinweise und Auf- und Abstiegsangaben in den Wanderführern genau umgekehrt denken. Auch die Gehzeiten müsst ihr dann jeweils neu berechnen (z.B. mit dem Gehzeitrechner des Deutschen Alpenvereins).

Zu Beginn der 70er-Jahre soll es noch französische Wanderführer gegeben haben, die den Weg in beide Richtungen beschrieben. Aufgrund des hohen Aktualisierungsaufwands bei Wegänderungen sei das wohl irgendwann eingestellt worden und der Weg wurde nur noch in West-Ost-Richtung beschrieben wie heute üblich.

Schilderpfosten in der Ariège
Schilderpfosten in der Ariège

Kleiner Trost: auf den Schildern vor Ort finden sich oft Zeitangaben in beide Richtungen. Aber leider haben nicht alle Schilder Zeitangaben.

Die vier Hauptabschnitte der Pyrenäen

Der GR10 durchquert vier Hauptabschnitte:

  • Pyrénées-Atlantiques
  • Pyrénées-Centrales
  • Pyrénées-Ariégeoises
  • Pyrénées-Orientales

Während die Pyrénées-Centrales sich aus den beiden Départements Hautes-Pyrénées und Haute-Garonne zusammensetzen, sind die übrigen drei jeweils auch gleich eigenständige Départements.

In den Pyrénées-Atlantiques führt der GR10 zunächst durch das Pays Basque (baskisch Euskal Herria), den französischen Teil des Baskenlandes. Die Pyrenäen trennen das Pays Basque sowohl geografisch als auch aus hoheitlicher Sicht vom spanischen Baskenland. Danach durchquert der Weg das Béarn und verlässt die Pyrénées-Atlantiques.

Réserve Naturelle Nationale du Néouvielle
Das wunderschöne Réserve Naturelle Nationale du Néouvielle in den Hautes-Pyrénées

Die Hautes-Pyrénées sind wahrlich der Traum eines jeden Bergfreunds. Sie machen ihrem Namen alle Ehre, hier befinden sich die höchsten Abschnitte des GR10. Überwältigende Panoramen, Gletscher an den Berghängen und hochgelegene, kristallklare Bergseen lassen das Herz höherschlagen. Die Haute-Garonne steht dem jedoch nicht nach, auch wenn der Weg dort nicht ganz so hoch aufsteigt.

Dichte, dunkle Wälder und tief eingeschnittene Täler prägen die Ariège
Dichte, dunkle Wälder und tief eingeschnittene Täler prägen die Ariège

Auch in den Pyrénées-Ariégeoises, im südlichen Teil des Départements Ariège, führt der GR10 hoch hinauf. Da die Ariège aber von dichten, dunklen Wäldern und tief eingeschnittenen Tälern geprägt ist, bieten sich weite Ausblicke meist erst oberhalb der Baumgrenze (ca. 1.500-1.600 m). Im Südosten grenzt die Ariège an das Fürstentum Andorra, das zwischen Frankreich und Spanien liegt.

Montalba d'Amélie
Montalba d'Amélie in den Pyrénées-Orientales

Der letzte Abschnitt des GR10 windet sich durch die von mediterranem Klima und Bewuchs geprägten Pyrénées-Orientales. Dass man sich in Katalonien befindet, merkt man schnell an den Schildern, die nun immer häufiger neben den französischen auch die katalonischen Namen der Örtlichkeiten führen. Ähnlich wie das Pays Basque ist auch der französische Teil Kataloniens (frz. Catalogne, katalanisch Catalunya) hoheitlich nicht mit dem spanischen Teil Kataloniens verbunden.

Landschaft, Flora und Fauna

Die Pyrenäen bieten eine immense Vielfalt an Landschaften, Pflanzen und Tieren.

Pays Basque
Im Pays Basque fühlt man sich fast wie im Schwarzwald

Das Pays Basque mit seinen sattgrünen, rollenden Hügeln, Wäldern, moderaten Bergen und Häusern mit dem typischen roten Fachwerk erinnert zuweilen an den Schwarzwald. Die mittelalpinen Höhenlagen der Pyrénées-Centrales und der Ariège begeistern mit spektakulären Panoramen, majestätischen Berggipfeln, wundervollen, blumengesäumten Hochtälern

Roter und gelber Zwergginster auf Hochweiden
Roter und gelber Zwergginster auf Hochweiden

und dramatischen Schluchten. Im Laufe der Jahrmillionen haben Gletscher, Flüsse und Gebirgsbäche dem hauptsächlich aus Graniten und Kalkstein bestehenden Faltengebirge sein heutiges Aussehen verliehen. Auch in den Pyrénées-Orientales wandert man noch eine ganze Strecke in mittelalpinen Höhenlagen deutlich über 2.000 m. So führt eine Variante des GR10 direkt über den Gipfel des Pic du Canigou (2.784 m). Der Gipfel ist an klaren Tagen von den französischen und spanischen Tiefebenen im Norden und Süden der Bergkette noch aus 100 km Entfernung deutlich zu sehen.

Der erste Blick auf den Pic du Canigou
Der erste Blick auf den Pic du Canigou

Bis ins 18. Jahrhundert galt der Canigou noch als der höchste Berg der Pyrenäen, weshalb er auch der "heilige Berg der Katalanen" genannt wird. Und an beiden Enden der Pyrenäen locken herrliche Strände am Atlantik und am Mittelmeer.

 

 

 

Korkeichenwald
Korkeichenwald in den Pyrénées-Orientales

Die Flora der Pyrenäen ist noch vielfältiger als die Landschaften. Etwa 4.500 Pflanzenarten sind hier zu finden, von denen ca. 150 endemisch sind, also nur in den Pyrenäen vorkommen. Unterwegs seht ihr Buchen-, Kiefern- und Korkeichenwälder, Kastanienbäume, Olivenhaine und Palmen. In manchen Abschnitten läuft man kilometerweit durch mannshohe Farne.

Pyrenäen-Enzian
Pyrenäen-Enzian
Pyrenäendistel mit Schmetterling
Pyrenäendistel mit Schmetterling

Die Wege, Hochweiden, Hochmoore, Täler und Bergflanken sind gesäumt mit Pyrenäendisteln, Zwergginstern, Wildem Fingerhut, Wildem Engelwurz, Rhododendren, Pyrenäen-Schwertlilien, Pyrenäen-Enzian, Weißem Affodill, Narzissen-Windröschen, Akeleien, Haselnüssen, Brombeeren und Heidelbeeren, um nur einige zu nennen.

Blaudisteln am Vallée du Soussouéou
Blaudisteln am Vallée du Soussouéou

 

 

 

Die Pflanzenwelt der Pyrénées-Orientales ist geprägt von vorwiegend macchiaartigem Bewuchs und herrlich duftenden, lichtdurchfluteten Nadelwäldern. Die malerischen Weinberge in den Hügeln an der Côte Vermeille liefern die Reben für die prämierten Weine von Banyuls-sur-Mer.

 

 

Auch die Tierwelt hat einiges zu bieten. So sind die Pyrenäen die Heimat der Pyrenäengämse (frz. isard), die jedoch sehr scheu und daher meist nur aus großer Entfernung zu sehen ist. Schaf-, Rinder- und Ziegenzucht ist über die gesamten Pyrenäen weit verbreitet. So vergeht kein Tag an dem man nicht größeren, freilaufenden Herden begegnet, gerne auch weit über 2.000 m Höhe.

Pyrenäengämse
Die scheue Pyrenäengämse
Mérens-Pferde
Mérens-Pferde

Im Baskenland begegnet ihr öfters den baskischen Pottok-Ponys, kräftige, große, sehr sanftmütige Pferde. In den östlichen Pyrenäen hingegen sind die Mérens-Pferde weit verbreitet, die mit ihrem pechschwarzen Fell sehr anmutig wirken.

Gelegentlich läuft einem auch mal ein Wildschwein über den Weg, verschwindet aber oft sehr schnell im Unterholz, weil es den Menschen scheut. Besonders in den Hautes-Pyrénées sind die lustigen Murmeltiere fast auf Schritt und Tritt anzutreffen. Manche dieser - im wahrsten Sinne des Wortes - pfiffigen Tierchen posieren dann auch gerne mal übermütig für ein Foto aus nächster Nähe. Die Eichhörnchen sind meist nicht ganz so mutig.

Murmeltier
Murmeltier

Auch Schlangen, etliche Eidechsenarten und Feuersalamander kann man oft sehen, wenn man den Blick auf den Boden richtet. In den Wiesen erfreuen Vertreter der etwa 300 verschiedenen Schmetterlingsarten der Pyrenäen das Auge. In der anderen Richtung, also hoch oben in den Lüften, kreisen oft Bartgeier, Falken, Steinadler und andere Greifvögel, bei Dämmerung erwachen Fledermäuse zu Leben. Besonders in den höheren Lagen sind Greifvögel sehr oft zu sehen und begeistern mit ihrem majestätischen Flug.

Feuersalamander
Feuersalamander

Braunbären waren in den Pyrenäen fast ausgestorben. Nachdem in den 90er-Jahren aus Slowenien Bären eingebracht und ausgewildert wurden, hat sich der Bestand inzwischen etwas erholt. Es wird geschätzt, dass heute wieder etwa 40 Braunbären in den Pyrenäen leben. Auch wenn die Einheimischen oft sagen, dass die Bären sehr scheu sind und dem Menschen lieber aus dem Weg gehen, sollte jeder, der in den Pyrenäen wandert, die örtlichen Warn- und Verhaltenshinweise beachten.

Menschen, Kultur und Kulinarik

Herzlichkeit und Gemütlichkeit
Herzlichkeit und Gemütlichkeit

Vom Baskenland über die Hautes-Pyrénées bis Katalonien erlebt man stets die unhektische, eher südeuropäisch geprägte und sehr sympathische Lebensart und Herzlichkeit der Menschen in den Pyrenäen. Im Gegensatz zum fast schon sterilen Perfektionismus und dem fast zwanghaften Wunsch von uns Mitteleuropäern, alles ökonomisch maximal verwerten und "unter Kontrolle" haben zu müssen, können die Menschen in den Pyrenäen auch Fünfe gerade sein lassen. Nicht dass die Menschen in den Pyrenäen nicht fleißig wären - im Gegenteil. Aber sie richten ihr Leben nicht primär danach aus, den materiellen Besitz ständig zu vermehren und sich die Natur mit aller Gewalt unterzuordnen, sondern das Leben im Einklang mit der Natur zu genießen.

Schafe in den Pyrenäen
Die Schafzucht ist in den Pyrenäen sehr wichtig

Die Gegenden durch die der GR10 führt, sind meist sehr ländlich geprägt. Viehzucht, kleinteilige Landwirtschaft und (meist sanfter) Tourismus sind die Haupteinkommensquellen. Massentourismus findet man nur in einigen wenigen Skiorten im Winter. Nichtsdestotrotz sind in den Ebenen nördlich der Pyrenäenkette auch weltweit tätige und große Industriefirmen zu finden.

Ein interessanter Aspekt des GR10 ist die Tatsache, dass er oft über alte Schmugglerpfade verläuft, über die jahrhundertelang Waren aller Art zwischen dem Norden und dem Süden der Pyrenäen geschmuggelt wurden. Der Schmuggel war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den Pyrenäen und noch heute erinnern die Namen mancher Wegabschnitte an diese Vergangenheit (sentiers des contrabandiers).

Baskisches Kreuz
Das baskische Kreuz ist im Pays Basque allgegenwärtig

Beim Wandern durch das Baskenland fällt einem sofort auf, dass fast alle Beschilderungen und Ortsnamen sowohl Französisch als auch Baskisch geschrieben sind. Viele Häuser haben baskische Eigennamen, die prominent in baskischen Lettern auf der Vorderseite des Hauses prangen. Obwohl man mitten in Europa ist, umweht einen ein Hauch von Exotik, denn das Baskische - die älteste lebende europäische Sprache - ist mit keiner anderen Sprache verwandt. Das Schriftbild an den Häusern und Schildern hat mich stets an eine Episode aus Asterix und Obelix erinnert, in der ein Baske vorkam. Ich meine mich erinnern zu können, dass das Schriftbild in seinen Sprechblasen genau so aussah, z.B. mit dem typischen Querbalken über dem Buchstaben A. Während der Franco-Diktatur (1939-1975) war Baskisch in Spanien verboten. Inzwischen sprechen wieder mehr Menschen Baskisch, im französischen Baskenland gibt es wieder vermehrt auch Baskisch-Unterricht.

Apropos Sprache: ein gewisses Mindestmaß an Französischkenntnissen ist hilfreich, wenn ihr in den Pyrenäen unterwegs seid. Englisch sprechen hier bestenfalls die Herbergswirte, das aber auch nicht immer und wenn, dann oft nur rudimentär. Falls ihr Spanisch beherrscht, könnt ihr es auch damit versuchen, da viele Menschen entlang des GR10 Spanisch zumindest ein bisschen verstehen.

Kulinarisch hat das Baskenland so einiges zu bieten. Sehr berühmt und beliebt ist die Garbure, eine je nach Region variierende Eintopfsuppe, die nach einem anstrengenden Wandertag und besonders bei kälteren Temperaturen die Lebensgeister wiedererweckt. Basis sind stets verschiedene Gemüsesorten, oft ergänzt mit Fleisch unterschiedlichster Art, vom Rind über Geflügel bis zum Schwein. Zum Nachtisch solltet ihr unbedingt einen Gâteau Basque probieren, ein leckerer Kuchen, den es ebenfalls in verschiedenen Varianten gibt. Vergesst das Kalorienzählen, darüber braucht ihr euch wirklich keine Gedanken zu machen. Glaubt mir, der GR10 wird euch jede einzelne Kalorie abfordern 🙂 .

Saint-Jean-Pied-de-Port
Saint-Jean-Pied-de-Port (baskisch Donibane Garazi), eine Hochburg der Jakobsweg-Pilger

Käse ist nicht nur im Baskenland, sondern in den gesamten Pyrenäen in unzähligen leckeren Sorten zu finden, am bekanntesten dürfte der Schafskäse sein, der auf Französisch fromage du brébis heißt. Anders als vermutet, soll die Sauce Béarnaise hingegen nicht im Béarn erfunden worden sein, durch das der GR10 führt, sondern in Paris. In Banyuls-sur-Mer solltet ihr es nicht versäumen, im Restaurant oder noch besser in einer der Winzereien, einen der prämierten Weine zu kosten, für die Banyuls weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist.

Landflucht
Ein Ergebnis der Landflucht

In den Hautes-Pyrénées und der Haute-Garonne, besonders stark aber in der Ariège, sticht die Landflucht ins Auge. Insbesondere in den Hochlagen und in abgeschiedenen Tälern gibt es oft Dörfer mit weniger als 20 Einwohnern. Ein sehr schönes Beispiel einer gelungenen Wiederbelebung eines Dorfes ist das malerische Örtchen Mantet auf 1.500 m Höhe in den Pyrénées-Orientales.

Mantet
Mantet

Das Dorf, das im 19. Jahrhundert noch bis zu 150 Einwohner zählte, war ab ca. 1960 dem Verfall preisgegeben und fast völlig verlassen, da es nur über Maultierpfade zu erreichen war. In den 60er-Jahren wurde schließlich eine Straße zum Dorf gebaut und in den 80er-Jahren kamen ein paar mutige "Aussteiger" und haben das Dorf wiederaufgebaut. Heute zählt das Dorf etwa 30-40 Einwohner, die vom sanften Tourismus und kleiner Landwirtschaft leben. Seinen idyllischen, charmanten Charakter hat das Dorf bis heute bewahrt.

Pat Rowland's Skulptur "La Sardane"
Pat Rowland's Skulptur "La Sardane"

Die Pyrenäen haben auch weltbekannte Künstler hervorgebracht. Der Komponist Maurice Ravel ("Bolero"), ein französischer Baske, dürfte fast jedem ein Begriff sein. Der Bildhauer Aristide Maillol, einer der berühmtesten Söhne von Banyuls-sur-Mer, war Katalane. In Banyuls findet ihr einen Rundkurs, auf dem etliche seiner Werke zu bestaunen sind. Direkt an der Strandpromenade von Banyuls steht eine sehr beeindruckende Skulptur der Bildhauerin Pat Rowland, die den traditionellen katalanischen Tanz "La Sardane" darstellt.

An- und Abreise

Für die An- und Abreise zum/vom GR10 gibt es verschiedene Möglichkeiten.

PKW:

Da der GR10 kein Rundweg ist, rate ich von der Anreise mit PKW ab. Auch wenn ihr nur einen Teilabschnitt von 1-2 Wochen Länge wandern möchtet, kann die Rückreise zum Ausgangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln einem Abenteuer gleichen. Die Straßennetze folgen dem Wegverlauf des GR10 nämlich fast nie parallel - klar, es sind ja auch Berge dazwischen 🙂 . Entsprechend müsstet ihr also etliche Umwege mit vielen Umstiegen in Kauf nehmen. Angesichts der in den meist dünn besiedelten Gegenden nur unregelmäßigen und oft nicht täglich verfügbaren Bus- und Bahnverbindungen, ein sehr schwieriges Unterfangen.

Der alte Bahnhof in Cauterets
Der alte Bahnhof in Cauterets

Beispiel aus eigener Erfahrung: Um eine Parallelvariante des GR10 zu wandern (Etappen 30a und 31a in meinem Wanderführer), musste ich von Aunac nochmal in das nur drei Etappen entfernte Eylie d'en Haut zurückgehen. Wegen fehlenden bzw. sehr ungünstig getakteten Bus- und Bahnverbindungen musste ich zuerst per Anhalter in das ca. 20 km nordwestlich gelegene Saint-Girons. Von dort wieder per Anhalter in das ca. 25 km südwestlich gelegene Bonac und danach nochmal ca. 8 km zu Fuß bis Eylie d'en Haut. Diese Odyssee hat einen ganzen Tag gedauert!

Daher mein Rat, nicht mit dem PKW zu kommen. Sowohl von Deutschland als auch von Österreich und der Schweiz aus könnt ihr per Fernbus, Bahn oder Flugzeug anreisen.

Fernbus:

Fernbusse haben den Vorteil, dass ihr zu vielen geeigneten Start- und Zielpunkten des GR10 eine größere Stadt in der Nähe findet, die von den großen, europaweit fahrenden Fernbusanbietern von D/A/CH aus angesteuert wird. Zudem sind die Fernbuspreise unschlagbar günstig. Nachteil: die Fahrt kann inklusive Umsteigezeiten durchaus bis zu 24 Stunden dauern. Mindestens einen Umstieg in einer Großstadt wie Paris oder Lyon müsst ihr in Kauf nehmen.

Bahn:

Auch per Bahn können viele Orte entlang des GR10 von D/A/CH aus erreicht werden - mit ähnlichen Reisezeiten aber meist ehr Umstiegen als bei den Fernbussen. Auch sind die Bahnpreise meist deutlich höher als die der Fernbusse. Wer alleine reist hat zusätzlich das Problem, dass der Rucksack nicht geschützt ist, wenn ihr z.B. während der Fahrt zum WC geht. Da die WCs in den Bahnen oft sehr eng sind, passt der Rucksack eventuell nicht mit ins WC hinein. Beim Fernbus habt ihr dieses Problem nicht, da der Rucksack während der Fahrt im Gepäckraum sicher aufgehoben ist.

Flugzeug:

Die wahrscheinlich teuerste, aber schnellste Art der An-/Abreise. Je nach Flughafen (abhängig von Start- und Zielpunkt) könnte allerdings noch eine Verbindung von bis zu 200 km per Bus oder Bahn erforderlich werden. Von D/A/CH aus könnt ihr etliche Flughäfen sowohl in Frankreich als auch in Spanien ansteuern, um von dort zum GR10 zu gelangen.

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